Lammas 2. August

.....   Schnitterin  ..…innere Ernte....

 

 

Kräuterweihfest
 …wir ernten Kräuter, Träume, Visionen und Heilung….
....wir schneiden Altes, Verbrauchtes, Überholtes, Faulendes….
…Zeit zur Ernte, Zeit zur Einkehr, Rückschau, inne halten…

 

 

Wir halten innere Ernte. Haben die Visionen, die wir Lichtmess in die Welt gesetzt haben, Früchte getragen? Haben wir sie umsetzen können? Können wir ernten? Haben wir uns um unsere Samen gekümmert, oder haben wir sie verdorren lassen?

 

Dies ist das erste Erntefest. Wir schauen nach innen. Nach den feurig leidenschaftlichen, oder auch leichten, freudigen Festen des Sommers kommen, während wir noch den Sommer genießen, erste Gedanken an kürzer werdende Tage, kühle Nächte, Vergänglichkeit und dahin fließende Zeit.

 

Mitten in der Ernte sind wir mit dem Tod konfrontiert. Ernten ist töten, selbst wenn wir nur Pflanzen ernten, schneiden wir ins Leben. Übervolle, reife Getreidefelder stehen plötzlich leer und kahl und erinnern uns an Vergänglichkeit. Wenn wir unsere Kräutersträuße pflücken, kennt wohl jede(r) das Zögern, in die blühende Pracht zu schneiden. Dann fällt es uns schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden und wir lassen die Kräuter zu lange stehen, über den besten Erntezeitpunkt hinaus.

 

Es ist wichtig, dass wir uns diese Widersprüchlichkeit des Festes, dieser Jahreszeit bewusst machen: blühendes Leben wird geschnitten, mit jeder Ernte feiern wir die Vergänglichkeit. Wir müssen uns deutlich machen, dass dies der Kreislauf des Lebens ist. Jedes Lebewesen dieser Erde lebt von anderen Lebewesen. Das Prinzip von „Stirb und werde, ernte und lebe“ müssen wir verinnerlichen und können wir wohl nur bewusst ertragen, wenn wir uns diesen spirituellen Kreislauf vergegenwärtigen.

 

Im Gegensatz zum nächsten Fest, dem Erntedank, ist Lammas nicht nur Dankesfest. Die Zeit der großen Kornmutter, der reifen Felder, der Fülle geht vorbei und die Schnitterin übernimmt die Macht. Plötzlich stehen wir vor leeren, kahlen Wiesen und Feldern. Aber genau jetzt füllen sich unsere Vorratskammern, unsere Scheunen, unsere Ställe und damit lassen wir die Dankbarkeit aufkommen, die dann sechs Wochen später an Erntedank ihren Höhepunkt findet. Und diese Dankbarkeit lässt uns das Wesen der Schnitterin verstehen, lässt uns verstehen, dass ohne Tod kein Leben, ohne Wachsen kein Ernten möglich ist.

 

Ritual zu Lammas: Während wir uns gedanklich auf Lammas vorbereiten, suchen wir uns ein Schneidewerkzeug. Eines, das gut in der Hand liegt, womit wir unsere Ernte halten können und womit wir schneiden können, was nicht mehr gebraucht wird. Ein guter Platz für Lammas ist ein Platz, wo wir beide Qualitäten spüren können: die Fülle des Waldes neben der abgeernteten Wiese, die noch voll blühende Wiese neben dem schon geernteten, kahlen Feld.

 

Wir gehen für uns alleine, wechseln zwischen Fülle und Leere, überlegen uns, was wir zuerst schneiden müssen, bevor wir Ernte halten. In Gedanken, oder symbolisch rituell schneiden wir ab, was wir nicht mehr brauchen, wovon wir uns trennen wollen. Wir verbrennen unseren alten Kräuterstrauß vom letzten Jahr gemeinsam am Feuer. Dann machen wir uns auf die Suche nach neuen, frischen Kräutern, achten auf Heilkräuter oder einfach auf Kräuter, Pflanzen, die uns ansprechen. Wir fragen diese Kräuter um Erlaubnis, ob wir sie ernten dürfen. Und während wir sie schneiden, erinnern wir uns, dass wir ernten, dass wir schneiden. Wir danken den Pflanzen für diese Ernte.

Wir kommen wieder zusammen und binden den Strauß für die nächste Zeit, wissend, dass die dunkle Zeit kommt, in der wir Kraft und Unterstützung brauchen. Indem wir vorsorgend den Strauß für die dunkle Zeit binden, können wir im Jetzt beruhigt noch die Fülle des Sommers genießen. Im Sinne dieser Fülle essen wir zum Abschluss gemeinsam.

 

 

 

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